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Biberist Netzwerk Energiestadt Kt. SO

Vorbildlicher Standard für kommunale Gebäude

Die Gemeinde Biberist verfügt neu über einen Gebäudestandard für ihre gemeindeeigenen Liegenschaften. Den Anstoss dafür gab die entsprechende Massnahme aus dem Energiestadtprogramm im Bereich der kommunalen Gebäude. Die Arbeitsgruppe strategische Gebäudeplanung hat unter Einbezug der Arbeitsgruppe Energie und Umwelt sowie der Bau- und Werkkommission einen Leitfaden für den Gebäudestandard erstellt. Der Leitfaden definiert auf kurze und pragmatische Weise, was als vorbildlicher Gebäudestandard für die kommunalen Gebäude in Biberist gilt. Er unterscheidet zwischen Neubauten und Umbauten und umfasst fünf Bereiche:

Gebäudehülle

Für die Energieeffizienz und den Komfort in einem Gebäude ist dessen Hülle entscheidend. Mit dem Dämmen von Wänden, Dächern, Fenstern und Böden soll der Wärmeverlust im Winter minimiert und die Wärmeaufnahme im Sommer reduziert werden, um ganzjährig eine angenehme Raumtemperatur zu gewährleisten. Schulgebäude sind zudem mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung auszustatten.

Klimakälte

Die Kühlung eines Gebäudes soll möglichst durch Freecooling (Kühlsysteme ohne Kältemaschinen) erreicht werden. Wenn eine aktive Kühlung benötigt wird, so soll dies mit 100 % erneuerbaren Energien geschehen.

Mobilität

Bei kommunalen Neubauten ist nach Wirtschaftlichkeit und Nutzen durch die Bau- und Werkkommission zu prüfen und zu entscheiden, ob gesonderte Parkplätze für E-Autos erstellt werden und ob weitere Parkplätze mit der Ausbaustufe A «Ausbaureserve» zu planen sind.

Effizienter Elektrizitätseinsatz

Bei Neu- und Umbauten ist eine Photovoltaikanlage vorzusehen.

Gesundheit und Ökologie

Neubauten sind so zu planen, dass bei Sanierung oder Rückbau die Möglichkeit einer sortenreinen Trennung der Baustoffe besteht. Zudem soll die graue Energie optimiert werden.

Der Gemeinderat hat dem Leitfaden zugestimmt und die Abteilung Bau und Planung wird den Gebäudestandard somit für zukünftige Planungsprojekte anwenden. Der Leitfaden gilt einzig für gemeindeeigene Gebäude.

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Probieren Sie das neue Energieportal aus!

Die Gemeinde Biberist verfügt neu über ein Energieportal, welches gemeinsam von der Arbeitsgruppe Energie & Umwelt und der Energieversorgung Biberist ins Leben gerufen wurde. Mit dem Energieportal sollen Einwohner:innen auf einfache Weise an alle relevanten Informationen gelangen, wenn sie sich für erneuerbare Energien im Gebäude interessieren.

Das Energieportal funktioniert ganz einfach: Sie geben auf der Webseite die Adresse des Gebäudes ein und mit einem Klick erhalten Sie alle Informationen, die spezifisch auf das Gebäude angepasst sind. Dem Portal sind alles öffentlich zugängliche Daten hinterlegt. Diese Daten vereint ermöglichen konkrete Aussagen zu den Optionen, die in einem Gebäude mit erneuerbaren Energien bestehen. Das Energieportal umfasst Informationen zu folgenden Themen:

  • Heizungsersatz: Welches erneuerbare Heizsystem ist für Ihr Gebäude empfohlen?
  • Solarpotenzial: Wie gut eignet sich Ihr Dach für eine Photovoltaikanlage?
  • Energiegemeinschaften: Gibt es eine Energiegemeinschaft (LEG oder vZEV), der Sie sich anschliessen könnten?
  • Kostenlose und neutrale Energieberatung: Lernen Sie Ihre Optionen kennen.

Das Energieportal verweist zudem auf Webseiten, wo Sie weiterführende Informationen zu Förderbeiträgen und/oder steuerlichen Anreizen sowie zu verschiedenen Heizungssystemen finden. Besuchen Sie das neue Energieportal und probieren Sie es aus!

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Anlass «Solarstrom optimal nutzen»

Die Energiestadt Biberist organisierte am Mittwoch, 29. Oktober 2025 einen Informationsanlass zur Frage: «Wie kann Solarstrom optimal genutzt werden?» Das Thema stiess auf grosses Interesse und lockte über 100 Biberister:innen in die Alte Turnhalle. Vier Experten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie standen im Anschluss für Fragen zur Verfügung, genauso wie die lokalen Unternehmen der Solarbranche, die Teil der Tischmesse waren. 

Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann eröffnete den Anlass, welcher im Rahmen der Energiestadt-Aktivitäten der Gemeinde stattfand. Er betonte, dass Biberist seit einem Jahr dank dem Prozess und Label «Energiestadt» Mehrwerte für alle schafft. Er verwies unter anderem auf das neue Förderprogramm der Gemeinde – neu sind Baubewilligungsgebühren im Bereich erneuerbare Energien wie PV-Anlagen und Wärmepumpen reduziert (hier erfahren Sie mehr).

Vier Experten erläuterten das Thema Solarstrom aus unterschiedlichen Perspektiven. Markus Flatt, Berater bei EVU Partners und Verwaltungsratspräsident der EV Biberist, beleuchtete die aktuelle Situation des Solarstroms am Markt. Als wesentliche Herausforderung nannte er das zunehmende Überangebot von Solarstrom an sonnigen Tagen und die entsprechend tiefen oder gar negativen Preise. Die Vergütungspreise für Netzeinspeisung werden ab 2026 schweizweit marktpreisabhängig festgelegt, mit einer Minimalvergütung für kleinere Anlagen. Daher gewinnen Lösungen zum lokalen Verbrauch des Stroms an Bedeutung. 

David Joss von der Berner Fachhochschule ging auf das Stromnetz ein. Er wies darauf hin, dass PV-Anlagen künftig teilweise gedrosselt werden müssen, da ein vollständiger Netzausbau für alle Leistungsspitzen technisch und wirtschaftlich nicht realisierbar sei. Somit ist das Ziel auch für ihn, möglichst viel Strom vor Ort zu nutzen – auch in der Nachbarschaft oder im Quartier. 

Tobias Sterki von der EV Biberist informierte schliesslich darüber, wie Solarstrom lokal genutzt werden kann – durch Eigennutzung, Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV und vZEV) oder neue lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG). Ab 2026 sollen in Biberist 30 neue lokale Quartierstrom-LEG gegründet werden, damit Erzeuger und Verbraucher den lokal produzierten Solarstrom bestmöglich nutzen können. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website der EV Biberist.

Christian Mollet, ehemaliger Inhaber der Mollet & Co. AG, zeigte zum Schluss auf, wie er seinen Eigenverbrauch in Kombination mit Elektromobilität optimiert. Bidirektionales Laden ist dabei der Schlüssel. Sein E-Auto funktioniert als Batterie und ermöglicht ihm, den Solarstrom besser auszunutzen. 

Beim anschliessenden Apéro mit Tischmesse konnte sich das Publikum bei den Experten und den anwesenden lokalen Firmen der Solarbranche – EV Biberist, Regio Energie Solothurn, Helion Energy AG, Solstis Energy AG, OptimaSolar Solothurn und Schär & Partner Engineering GmbH – weiter informieren. 

Präsentationen zum Download

Der Anlass wurde unterstützt durch:

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Weniger Gebühren für klimafreundlichere Gebäude

Der Gemeinde Biberist ist es ein Anliegen bei Gebäuden den Umstieg auf erneuerbare Energien zu fördern. Eigentümerinnen und Eigentümer profitieren neu von reduzierten Gebühren beim Einreichen eines Baugesuchs, wenn sie eine fossile Heizung mit einem erneuerbaren Heizsystem ersetzen oder eine Photovoltaikanlage installieren. 

Die Begleitgruppe Energiestadt Biberist beschloss im Juni 2025, dass bei Baubewilligungsverfahren für klimafreundliche Energieerzeugungsanlagen die Gebühren bis zu einem Betrag von maximal CHF 500.00 pro Fall erlassen werden. Biberist möchte damit das Engagement der Eigentümerinnen und Eigentümer honorieren, die ihre fossilen Heizungen mit erneuerbaren Heizsystemen ersetzen oder eine Photovoltaikanlage installieren. Konkret umfasst das Baubewilligungen für:

  • Wärmepumpen
  • Fernwärmeanschlüsse
  • Feuerungsanlagen (Pellets/Holzschnitzel)
  • Photovoltaikanlagen

Der Gebührenerlass kommt bei allen Gesuchen, welche die vorgenannten Kriterien erfüllen und nach dem 1. September 2025 eingereicht wurden, zur Anwendung. 

Die finanziellen Aufwendungen, welche durch die Gebührenreduktion entstehen, übernimmt der Fonds für die Finanzierung des Energiestadtprogramms. Jährlich werden 0.2 Rappen pro Kilowattstunde (kWh) der Konzessionsabgaben aller Stromnetzbezüger aus dem Gemeindegebiet in den Fonds eingelegt. 

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Richtfest für die neue Heizzentrale in Biberist

Wärmenetz soll im Sommer 2026 in Betrieb genommen werden

In Biberist wurde ein wichtiger Meilenstein gefeiert: Mit der Eröffnung der neuen Heizzentrale auf dem Papieri-Areal rückt die klimafreundliche Wärmeversorgung der Gemeinde ein grosses Stück näher. Die Inbetriebnahme des Fernwärmenetzes ist für Sommer 2026 vorgesehen.

Symbolischer Moment – technische Arbeiten laufen noch
Auch wenn die technischen Auskoppelungselemente, welche Dampf in warmes Wasser umwandeln und zum Zeitpunkt des Richtfests erst teilweise installiert waren, markiert die Feier einen bedeutenden Schritt im Projektverlauf. «Es war wichtig, den Baufortschritt sichtbar zu machen und gemeinsam zu würdigen», erklärt Projektleiter Peter Kofmel. Die Heizzentrale wird künftig Dampf aus der Kebag-Abfallverwertungsanlage für das Fernwärmenetz aufbereiten und so die Basis für eine nachhaltige Wärmeversorgung in Biberist legen. Bis dahin laufen die Tiefbauarbeiten weiter: Entlang der Fritz-Käser-Strasse werden Leitungen verlegt und mit dem neuen Steg über die Emme wird die Infrastruktur komplettiert.

Nachhaltige Wärme mit grossem Potenzial
Das Fernwärmenetz, das von der Energieversorgung Biberist (EVB) und der BKW AEK Contracting AG (BAC) gemeinsam aufgebaut wird, soll schrittweise erweitert werden. Es erschliesst Gebiete vom Papieri-Areal über die Quartiere Läbesgarte bis zum Schulareal Bleichematt/Mühlematt. Bereits jetzt decken erste Grosskunden rund zwei Drittel der geplanten Anschlusskapazitäten ab.Besonders beeindruckend ist die ökologische Wirkung: Durch den Ersatz fossiler Heizungen können künftig bis zu 4000 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden. Damit leistet Biberist einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiewende.

Ein Projekt mit Signalwirkung
Ursprünglich war die Inbetriebnahme bereits für Herbst 2025 geplant. Verzögerungen führten jedoch zu einer Anpassung des Zeitplans. Nun soll das Netz im Sommer 2026 schrittweise in Betrieb genommen werden. Zum nächsten Meilenstein wird der Zeitpunkt, an dem die ersten Biberister Haushalte und Unternehmen klimafreundliche Wärme aus der Heizzentrale beziehen. Das Fernwärmenetz Biberist ist mehr als nur eine technische Infrastruktur. Es zeigt, wie regionale Zusammenarbeit, kluge Ressourcennutzung und nachhaltige Planung zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung führen können.

Interessieren Sie sich für einen Anschluss an das Fernwärmenetz?
Bei der Energieversorgung Biberist finden Sie weitere Informationen und das Formular für die Anfrage: ev-biberist.ch/waermeverbund/